FAU-Tresen am 21.06. mit Diskussionsthema „Überstunden für die Sache: Politische Lohnarbeit und das Pro und Kontra aus gewerkschaftlicher Sicht“

Im Umgang mit dem Zwang zur Lohnarbeit gibt es verschiedene Wege: Einige von uns versuchen sie zu vermeiden und müssen dafür oft materielle Armut in Kauf nehmen. Andere suchen sich Bullshit-Jobs (R.I.P. David Graeber), die sie ambitionslos erledigen oder ihnen gar Freiräume lassen, während der Arbeit zu dösen oder Zeitung zu lesen. Und wieder andere versuchen, die viele am Arbeitsplatz verbrachte Zeit mit möglichst sinnvollen Tätigkeiten zu verbringen. Wenn durch eine solche Tätigkeit sogar die eigenen politischen Ideale verwirklicht werden können, scheint der strukturelle Widerspruch der Lohnarbeit häufig aufgelöst. Doch schnell tun sich neue Fragen auf:

Bin ich eine schlechte Gewerkschafterin, wenn ich aus Freude an der Arbeit unbezahlte Überstunden mache?

Wieso sollte ich eine Betriebsgruppe gründen, wenn die Chefin doch am selben Strang zieht wie wir?

Wäre ein Arbeitskampf in unserem Projekt nicht Wasser auf die Mühlen unserer rechten Gegner*innen?

Wenn ich mangels Bereitschaftslohn mein Diensthandy außerhalb der Bürozeiten ausmache, lasse ich dann nicht die Klient*innen im Stich, die dringend auf meine Erreichbarkeit angewiesen sind?

Sind wir Selbstausbeuter*innen, wenn wir die Versammlungen unseres kleinen Kollektivs nicht voll bezahlen können?

Auf diese und viele verwandte Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Wer Lust hat, sich darüber in entspannter Atmosphäre auszutauschen, ist herzlich eingeladen, am Mittwoch den 21.06. ab 18 Uhr zu einem gewerkschaftlichen Feierabend-Tresen in die Spätschicht (Torstr. 20) zu kommen!

2022 Gründe gegen das System Tönnies: Kundgebung am 13.5. in Weißenfels

Auf Initiative des BUND findet am Freitag, dem 13.5., um 15 Uhr auf dem Weißenfelser Marktplatz eine Kundgebung gegen den Schlachthof von Tönnies statt.

Die Aktion steht im Kontext des Aktionstag #Freitag13, mit dem die Aktion gegen Arbeitsunrecht dieses Jahr gegen Union Busting, also die Unterdrückung gewerkschaftlicher Organisierung, bei ALDI-Süd protestiert. Der BUND knüpft mit der Kundgebung in Weißenfels an frühere Proteste an, bei denen Gewerkschaften zusammen mit Umweltorganisationen und Tierbefreier*innen gegen den Schlachthof auf die Straße gingen.

Tönnies betreibt in Weißenfels den größten Schlachthof Ostdeutschlands. Hier arbeiten Tausende Menschen, darunter eine Vielzahl aus Ost- und Südosteuropa. Tönnies steht stellvertretend für die Kernprobleme des heutigen Kapitalismus: Umweltverschmutzung, Befeuern des Klimawandels, Ausbeutung von Menschen als Arbeiter*innen und Mieter*innen, sowie Tierquälerei. Auch in Weißenfels sind diese Auswirkungen seit Langem spürbar.

Zu Beginn der Corona-Pandemie geriet Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (NRW) wegen der hohen Infektionszahlen in der Belegschaft und deren überbelegten und zudem überteuerten Unterkünften in den Fokus der Öffentlichkeit. Presse und Politik empörten sich über das ausgefeilte System der Ausbeutung durch Scheinselbständigkeit und Subunternehmer*innen. Als die Politik reagierte und die Fleischindustrie u.a. zum eigenhändigen Betrieb der Unterkünfte verpflichtete und Werkverträge (Selbständigkeit) verbot, schienen sich die Dinge zum Besseren zu wenden. Doch aus gewerkschaftlicher Sicht ist diese Gesetzesreform das Eingeständnis einer Niederlage: Aufgrund der geringen Organisierung in der Fleischindustrie war es bisher nirgends möglich, dass Arbeiter*innen selber Veränderungen erkämpfen. Diese Schwäche wird auch langfristig einer Durchsetzung der neuen gesetzlichen Mindeststandards im Weg stehen.

Diesen Eindruck bestätigen auch die Medienberichte aus diesem Jahr: Tönnies-Partner sollen illegal Schlachtabfälle auf Feldern in Bayern entsorgt und Tönnies selber soll Sozialbetrug organisiert haben. Es gibt also weiterhin mehr als genug Gründe, gegen Tönnies auf die Straße zu gehen.

Daher unterstützen wir die Kundgebung des BUND in Weißenfels und hoffen, dass es in Zukunft wieder mehr gemeinsame Aktionen von Umweltschützer*innen, Tierschützer*innen und -befreier*innen und von Arbeiter*innen mit ihren Gewerkschaften geben wird.

Gewerkschaftliche Sprechstunde am 01.12.2021 ab 18:00 Uhr (und vorerst weiterhin) online

Wegen der derzeitigen Situation haben wir uns kurzfristig entschlossen die morgige gewerkschaftliche Sprechstunde nur online oder telefonisch anzubieten. Meldet euch dazu bitte per Mail an (sprechstunde-fauhal@fau.org), dann bekommt ihr den Link zu einem Online-Raum oder die Telefonnummer.

Solidarische Grüße, eure AG Sprechstunde

Feminismus in die Offensive

Am 8.März steht der internationale Frauen*kampftag an. In diesem Rahmen laden wir euch ein um darüber zu diskutieren, wie Feminismus und Gewerkschaft zusammengedacht werden kann, wie eine Welt aussehen kann, in der sexistische Ausbeutungsverhältnisse der Vergangenheit angehören und wie wir da hin kommen.

16.02.2019 Gewerkschaft und Feminismus – zwei Paar Schuhe oder der Beginn einer wunderbaren Freundschaft?

22.02.2019 Wozu braucht eine Frau* eine Gewerkschaft?

08.03.2019 Frauen*kampftagsdemo in Halle

09.03.2019 Demo zum Frauenknast in Chemnitz

16.03.2019 Lesung: „…dass die Wahrheit eine Sache der Vorstellungskraft ist.“

Demo zum Fahrradkurrier Cyclone

Der Fahrradkurier Cyclone tritt das Arbeitsrecht mit Füßen!
Die Beschäftigten werden um ihren verdienten Lohn gebracht!

Kommt zur Demo vom Steintor zu Cyclone!
19. März – 14 Uhr

Es geht um:

– Urlaubsentgelt
– Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
– zu späte Lohnzahlung
– Bezahlung von vereinbarter Arbeitszeit, die nicht abgerufen wurde (Annahmeverzug)
Weiter lesen „Demo zum Fahrradkurrier Cyclone“

Veranstaltung: Fahrradkuriere in Selbstverwaltung

Du verdienst gerne Geld mit Fahrrad fahren, aber dein Chef oder deine Chefin nervt? Erlebst du wie viele Gängelung oder die Missachtung von ArbeiterInnenrechten in deinem Arbeitsalltag?

Viele Fahrradkuriere lieben ihren Job. Für viele ist er fast schon Lebenseinstellung. Der Job Fahrradkurier sticht aus der Masse an langweiligen Jobs heraus. Man macht praktisch sein Hobby zum Beruf. Leider gibt es in der Branche viele Chefs die das ausnutzen. Es wird ein extremer Konkurrenzdruck unter den Fahrern aufgebaut.

Gerade in der Branche der Fahrradkuriere sind die Arbeitsbedingungen häufig schlecht, der rechtliche Schutz der Angestellten kaum vorhanden. Doch es gibt auch Alternativen zur fremdbestimmten Lohnarbeit: Die Selbstverwaltung der Arbeit, der Kollektivbetrieb, in dem alle ArbeiterInnen gemeinsam über Lohn, die Arbeit und deren Organisation bestimmen und entscheiden.

Weiter lesen „Veranstaltung: Fahrradkuriere in Selbstverwaltung“

Deliver Union – Organisierung der Fahrradkurier*innen

Foodora & Co: Zahlt die Reparaturkosten!

Die Deliverunion Leipzig lädt alle Fahrer*innen und Unterstützer*innen zum Vortrag ein.

Seit April diesen Jahres kämpfen in Berlin Fahrende von Foodora und Deliveroo, um die Verhältnisse zu verbessern. Unterstützt werden sie von der Basisgewerkschaft FAU.

Zuletzt sind die Verhandlungen der FAU Berlin mit Foodora weitestgehend gescheitert, weil sich das Unternehmen weigert, auf die berechtigten Forderungen der Fahrer*innen einzugehen. Stattdessen wollen sie uns mit Brotkrumen abspeisen!

Der Abend soll einen Einblick in den Alltag der Fahrer*innen für Foodora und Deliveroo geben und über den aktuellen Stand des Arbeitskampfes in Leipzig berichten.
Denn die Arbeitsbedingungen für Fahrradkurier*innen sind prekär, das kann und darf so nicht bleiben! Interessierte, kommt, hört & unterstützt uns!

Ort: Institut für Zukunft, An den Tierkliniken 38, Kohlrabizirkus, Leipzig

Zeit: 01.12. – 18:00 Uhr

40 Jahre FAU – Happy Birthday

Es sind Änderungen bei den Auftritten der Bands zu Stande gekommen. Statt ‚Brüllaffe‘ und ‚Boykott‘ treten nun ‚fuckwinter‘ und ‚Stay‘ auf.

Vortrag zur Entwicklung der FAU Infoladen Glimpflich 19 Uhr
Konzert VL Kneipe 22 Uhr

Vortrag:

Die FAU wird 40 und wir gratulieren. 1977 begann die Organisation unter dem Namen „Initiative Freie Arbeiter Union“ (I-FAU) als verwegenes, fast aussichtsloses Projekt. Jedoch entwickelte sie sich in den letzten vier Jahrzehnten trotz verschiedener Widerstände zu einer der am längsten bestehenden und größten außerparlamentarischen Organisationen in der BRD. Dabei agiert und agierte sie stets unabhängig von den großen Gewerkschaften und Parteien, immer rebellisch und klassenkämpferisch. Mit Arbeitskämpfen wie der Mall of Berlin sorgte die FAU bundesweit für Aufsehen. Zeit um auf 40 Jahre bewegte Geschichte zurück zu blicken und in die Zukunft. Ein Vortrag zur Geschichte der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union.

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Antifaschismus als Sisyphos-Aufgabe?

Gerade im Osten Deutschlands aber anderen Ecken Europas erreicht rechte Mobilisierung ein Ausmaß, gegen das nicht immer Widerstand leistbar ist. Während wir uns auf den Straßen abmühen, ziehen konservative Politiker*innen mit Gesetzesvorschlägen noch rechts an mancher “besorgten Bürgerin” oder manchem „besorgten Bürger“ vorbei. Im Kampf um ein Mindestmaß an Menschenrechten kommt dabei überlastungsbedingt die Formulierung emanzipatorischer Antworten auf aktuelle soziale Ängste in der Bevölkerung zu kurz. Eine Auseinandersetzung mit Strategien für eine gerechtere Gesellschaft findet in der radikalen Linken nicht mehr ausreichend statt. Die radikale Linke verkommt so, ohne es zu wollen, zu einer Verteidigerin des nicht tragbaren Status quo und verliert dabei trotzdem beständig an Boden. Im Vortrag werden Thesen zur aktuellen Dynamik antifaschistischer Bewegung in Deutschland vorgestellt und mögliche, konkrete Lösungsansätze andiskutiert.

Wann: Mittwoch, der 15.03.2017, 20:00

Wo: VL-Kneipe, Ludwigstraße 37

Wer: FAU Dresden

Veranstalter: Allgemeines Syndikat Halle

Die Veranstaltung findet im Rahmen der Bildungswochen gegen Rassismus des Bündnisses „Halle gegen Rechts“ statt: http://www.bildungswochen.de/